Echte Bauern


 

Jetzt als Download bei Flimmit erhältlich.

präsentiert von Prof. Roland Girtler

Ein Film von Markus Kaiser-Mühlecker

Diplomarbeit im Rahmen des FH-Studienganges MultiMediaArt an der FH Salzburg.

2004, 45 Minuten, DV
mit Roland Girtler, Sepp Holzer, Anneliese Pitter u.a.

Markus ist für mich ein Künstler der Leinwand, dem es gelingt,  kultursoziologisch wichtige Themen mit Herz und Verstand darzutun.

Es waren für mich erfreuliche und lehrreiche Stunden, die ich mit Markus verbracht habe. So wanderte ich mit ihm über Wiesen und Felder in Siebenbürgen, wo er das Leben echter Kleinbauern, deren Vorfahren aus Österreich um 1750 dorthin verbannt worden waren und die heute am Untergehen sind,  filmisch festgehalten hat. Für seine weiteren cineastischen Unternehmungen und Abenteuer wünsche ich ihm das Beste.

Prof. Roland Girtler, Soziologe


Erstausstrahlung am 7. Juli 2005 auf BR Alpha/ ORF Alpha Österreich, Redaktion Julius Kratky.

Kamera: Markus Kaiser-Mühlecker, Christian Angermayr, Martin Komarek, Joana Scrinzi, Mario Minichmayr, Thomas Aichinger, Robert Hack

Mastering: Reinhard Brunner, ATS Records Molln

Produktion, Regie, Schnitt:
Markus Kaiser-Mühlecker 

 


Gefördert durch 


Über “Echte Bauern”

Der Film erkundet die Bauern und ihre Kultur. Dabei wird auf die veränderten Rollenbilder eingegangen sowie die damit verbundene Neu-Definition des „Bauer seins“. 

Auf die Idee zu diesem Film kam ich durch das gleichnamige Buch “Echte Bauern – Der Zauber einer alten Kultur” von Prof. Roland Girtler. Mit haben wir eng zusammen gearbeitet, weil er Experte auf dem Gebiet ist und wir glauben, daß sich dieses Thema, aus der Perspektive der Sozialforschung betrachtet, besser erschliessen ließ. In ganz Europa ist die alte bäuerliche Kultur im Verschwinden begriffen.

Heutige Bauern gleichen eher Spezialisten und Managern, die in einer Welt der Globalisierung überleben müssen, haben großteils ihr Selbstständigkeit verloren und sind in zunehmenden Maße von Verbänden und Förderungen abhängig.

Dieses Buch beschreibt die letzten Enklaven noch autarker Bauern, mit Hühnern, Schweinen, Rindern und “echten Misthaufen”, Bauerngärten und bäuerlicher Nachbarschaft.
Roland Girtler schildert in diesem Buch die letzten “echten Bauern”, bevor auch sie der Industrialisierung der Landwirtschaft weichen müssen. Klappentext aus: Girtler, Roland: “Echte Bauern – Der Zauber einer alten Kultur”, Böhlau Verlag, Wien 2002.

Mein Hauptanliegen ist, mit diesem Film Teile der bäuerlichen Wirklichkeit abseits gängiger Klischées zu zeigen. Die Protagonisten sprechen in der ungezwungenen Atmosphäre ihrer heimischen Umgebung über ihre Sicht der Dinge.
Dabei kristallisierten sich zwar gemeinsame Aspekte heraus, letztendlich ist aber gerade dieser Bevölkerungsanteil, trotz oder gerade wegen der demographischen Entwicklung, sehr selbstbewußt, autonom und individuell.
Gezwungen durch den Strukturwandel in den letzten 60 Jahren, entwickelten sich die Bauern zu ausgeprägten Repräsentanten der „Glokalisierung“ – der Blick über den Tellerrand ist nun Teil des wirtschaftlichen Alltags, die Verwurzelung im Land und in der Gemeinde sind aber der notwendige Gegenpol.
Mein Film ist ein Versuch, den Mittelweg zwischen sozialromantischer Verklärung und übersteigerter Untergangsstimmung, zu beschreiten, auch im Sinne einer Bewußtseinsbildung über die Menschen, die produzieren, was wir täglich zum Leben brauchen.

Drehorte:

  • Großpold in Siebenbürgen (Rumänien)
  • Richterhof Schiefermair, Kematen/Krems (OÖ.)
  • Pro Golf Club Obermayr, Kematen/Krems
  • Huber z’Pyhret, Fam. Hagmüller, St. Marien (OÖ.)
  • Anna Lebelhuber, Eggendorf/Traunkreis (OÖ.)
  • Wia Z’Haus, Fam. Eidenberger, Kematen/Krems
  • Brödibauerngut, Fam. Außerhuber, Steinerkirchen/Traun (OÖ.)
  • Krameterhof Holzer, Ramingstein im Lungau (Sbg.)
  • Eiblhof und Schanzbichlerhof, Spital am Pyhrn (OÖ.)
  • Landwirtschaftliche Fachschule Schlierbach (OÖ.)
  • Bauernmarkt auf der Schranne, Salzburg